36. Deutscher Rechtspflegertag in Erfurt
Unter dem Motto „Rechtspflege der Zukunft“ fand vom 23. bis 25. September 2026 in Erfurt der 36. Deutsche Rechtspflegertag des Bundes Deutscher Rechtspfleger (BDR) statt. Der Rechtspflegertag ist das höchste Gremium des BDR und dient neben der fachlichen und berufspolitischen Diskussion insbesondere dazu, die Schwerpunkte der Verbandsarbeit für die kommenden Jahre festzulegen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung standen die zukünftige Entwicklung der Rechtspflege, die Auswirkungen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz sowie die personellen und strukturellen Herausforderungen der Justiz.
Fachliche Arbeitskreise und Rahmenprogramm
Ein Schwerpunkt des Rechtspflegertages waren am 24. September die vier fachlichen Arbeitskreise. Dort wurden aktuelle und für die weitere Entwicklung des Berufsstandes relevante Themen diskutiert. Die Arbeitskreise boten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, sich intensiv mit fachlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen und eigene Anregungen in die weitere Verbandsarbeit einzubringen.
Podiumsdiskussion „Rechtspflege der Zukunft – im Dialog“
Im Mittelpunkt der öffentlichen Veranstaltung stand ein Speed-Talk unter dem Titel „Rechtspflege der Zukunft – im Dialog“. Auf dem Podium kamen unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Justiz, Verwaltung und Interessenvertretung zusammen.
An der Diskussion beteiligten sich die Thüringer Justizministerin Beate Meißner, die Vizepräsidentin des Landtags Sachsen-Anhalt Anne-Marie Keding, Dr. Heino Kirchner aus dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Heini Schmitt vom dbb sowie der neu gewählte BDR-Bundesvorsitzende Björn Benkhoff.
Thematisch ging es insbesondere um die Frage, wie die Rechtspflege angesichts des technologischen und gesellschaftlichen Wandels zukunftsfähig gestaltet werden kann. Dabei standen unter anderem die Digitalisierung und der Einsatz Künstlicher Intelligenz, die Gewinnung und Sicherung von Nachwuchskräften, die personelle Ausstattung der Justiz sowie moderne Arbeitsbedingungen im Mittelpunkt. Auch die Frage nach zeitgemäßen rechtlichen Rahmenbedingungen für das Berufsbild und die Zuständigkeiten der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger wurde angesprochen.
Neue Bundesleitung
Ein weiterer zentraler Tagesordnungspunkt war die Neuwahl der Bundesleitung. Björn Benkhoff wurde zum neuen Bundesvorsitzenden des BDR gewählt. Zum Geschäftsführer wurde Philipp Bruhn, zur Schatzmeisterin Tanja Häckmanns (BaWü) und zur Schriftleiterin des Rechtspflegerblatts Elke Strauß gewählt. Als stellvertretende Bundesvorsitzende wurden Achim Müller (BaWü) und Kristina Fuhs gewählt.
Der bisherige Bundesvorsitzende Mario Blödtner wurde nach langjähriger Tätigkeit zum Ehrenvorsitzenden des BDR ernannt.
Ein herzlicher Dank gilt allen Delegierten und Gästen aus Baden-Württemberg für ihre Teilnahme, ihr Engagement und den kollegialen Austausch während der Tage in Erfurt.
